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Kostenlos, ohne Schufa, ohne Namen – was es gibt

„Kostenlose Firmenkreditkarte“, „Firmenkreditkarte ohne Schufa“, „nicht personenbezogene Firmenkarte“ – hinter den drei Suchanfragen stecken drei verschiedene Produktfragen, und der Markt liefert in allen drei Fällen etwas anderes als der Wortlaut verspricht. Der Ratgeber nimmt die Begriffe einzeln auseinander: warum die kostenlose Karte eine Debitkarte ist, was die Anbieter selbst zur Schufa schreiben, was es an nicht personenbezogenen Karten wirklich gibt und welche Anbieter eine kleine GmbH überhaupt annehmen.
Geschrieben von
Janine El-Saghir
Geprüft von
Erkan Boga
N26 Business Standard Mastercard
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
0 €
eff. Jahreszins
13,4 %
0,1 % Cashback auf alle Einkäufe
Virtuelle Kreditkarte - die physische Karte wird für 10 € zugestellt
Nicht nutzbar, wenn schon ein Privatkonto bei N26 besteht
Finom Solo Business Debit Visa
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
2 €
Qonto One Card
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
2 €
Kartenzahlungen bis zu 20.000 € pro Kalendermonat
Deutsche IBAN über das verknüpfte Qonto Geschäftskonto verfügbar
Anpassbare Zahlungslimits und Echtzeitbenachrichtigungen
Eine Bargeldabhebung pro Monat inklusive
Nur in Kombination mit einem kostenpflichtigem Geschäftskonto erhältlich ( ab 9 € pro Monat)
Gebühren für Bargeldabhebungen
Miles & More Blue Business
Jahresgebühr
66 €
Bargeld
2 %
mind. 5 €
eff. Jahreszins
10,05 %
1.000 Meilen und 40 Points Willkommensbonus
1 Meile je 1 € Kartenumsatz
Großes Bonusprogramm
Meilen verfallen nicht solange die Karte aktiv ist
Gebührenpflichtige Bargeldabhebung
Fehlende Versicherungen
American Express Business Gold
Jahresgebühr
0 €
175 € ab 2. Jahr
Bargeld
4 %
mind. 5 €
150 € StartguthabenNach Belastungen mit Ihrer Business Gold Karte und den zugehörigen Business Zusatzkarten von mindestens 5.000 € (unter Ausschluss der in Ziffer 3.3 der Teilnahmebedingungen für das Membership Rewards Programm genannten Umsätze und Beiträge) innerhalb der ersten 3 Monate nach Kartenerhalt und einer einwandfreien Kontoführung (u.a. kein Zahlungsverzug) bekommen Sie eine Gutschrift in Höhe von 150 € auf Ihr Kartenkonto. Die Gutschrift erfolgt nach Ablauf der ersten 3 Monate mit der nächstmöglichen Abrechnung. Anspruch auf die Gutschrift haben nur Antragsteller:innen, die innerhalb der letzten 18 Monate nicht als Hauptkarteninhaber:in einer der beantragten Karte entsprechenden deutschen American Express Karte registriert waren. Die Gutschrift kann nicht ausgezahlt werden, sondern kann nur mit weiteren Kartenbelastungen verrechnet werden.
im 1. Jahr ohne Grundgebühr
Kostenlos: bis zu 99 Zusatzkarten
Viele Reiseversicherungen inkludiert
Rabatt auf Priority Pass Standard Mitgliedschaft
Kostenpflichtige Bargeldabhebung
Postbank Business Card plus
Jahresgebühr
0 €
24 € ab 2. Jahr
Bargeld
2,5 %
mind. 5 €
Kostenlose Zahlungen im Euro-Raum
Bonus- und Reiseleistungen
Keine Bonitätsanforderungen
Jahresgebühr
Hohe Gebühren für Bargeldabhebungen
Gebühren für Zahlungen im Ausland
Nur in Verbindung mit einem kostenpflichtigem Geschäftskonto

Werbehinweis: Anbieter-Links in dieser Übersicht sind Werbelinks (Affiliate-Links) — für Abschlüsse darüber erhalten wir eine Provision vom Anbieter.

Das Wichtigste in Kürze
  • Fast jede „kostenlose Firmenkreditkarte“ ist eine Debitkarte: Sie bucht sofort vom Geschäftskonto ab. Finom schreibt im eigenen Hilfezentrum ausdrücklich, keine Kreditkarten anzubieten, sondern physische und virtuelle Visa-Debitkarten.
  • Kostenlos ist die Karte, nicht das Konto. Der Preis wandert in den Kontotarif – die Frage lautet deshalb, wie viele Karten der Tarif abdeckt.
  • Kontist wirbt damit, dass es für die Kontoeröffnung keine Schufa-Prüfung gibt, weist aber darauf hin, dass ohne Schufa-Auskunft die Kreditangebote nicht nutzbar sind. Karten mit Kreditrahmen setzen dagegen immer eine Bonitätsentscheidung voraus.
  • „Nicht personenbezogen“ gibt es in zwei Formen: virtuelle Karten für einen Zweck statt für eine Person – und das Reisestellenkonto, eine virtuelle Firmenkreditkarte ganz ohne physische Karte.
  • N26 lässt das Business-Konto ausdrücklich nur für Selbstständige und Freelancer unter eigenem Namen zu; der Firmenname kann weder für das Konto noch für die Karte genutzt werden. Für eine GmbH scheidet diese Karte damit aus.

„Kostenlose Firmenkreditkarte“, „Firmenkreditkarte ohne Schufa“, „nicht personenbezogene Firmenkarte“ – drei Suchanfragen, hinter denen drei verschiedene Produktfragen stecken und bei denen der Markt in allen drei Fällen etwas anderes liefert, als der Wortlaut verspricht. Für Selbstständige und kleine Kapitalgesellschaften ist das keine Wortklauberei: Sie entscheidet darüber, ob die Karte am Tag der Kontoeröffnung da ist oder nach drei Wochen abgelehnt wird. Dieser Ratgeber nimmt die drei Begriffe einzeln auseinander und ordnet die Karten danach ein, was sie tatsächlich sind (Stand: 16.09.2026).

Was „kostenlos“ im Preisverzeichnis bedeutet

Kostenlose Firmenkarten gibt es tatsächlich – nur ist die Karte selten die Stelle, an der der Anbieter verdient.

Unsere eigene Produktdatenbank führt für die N26 Business Standard Mastercard 0 €, für die Finom Solo Business Debit Visa 0 €, für die Wise Business Card 0 € und für die Tide Debit Business 0 € Jahresgebühr. Bei Qonto ist eine Mastercard One Card in jedem Tarif enthalten, bei Kontist eine physische Karte im Tarif Free.

Das ist keine Werbeaussage, sondern die Folge des Geschäftsmodells. Wo keine Karte mit Kreditrahmen ausgegeben wird, entsteht kein Ausfallrisiko, das über eine Jahresgebühr zu decken wäre. Verdient wird am Kontotarif, an Transaktionen über dem Freikontingent, am Entgelt für fremde Währungen und an Zusatzleistungen.

Drei Stellen verdienen deshalb beim Preisvergleich mehr Aufmerksamkeit als die Jahresgebühr:

Der Kontotarif. Eine kostenlose Karte in einem Konto für 25 Euro im Monat kostet 300 Euro im Jahr. Wer das Konto ohnehin braucht, rechnet die Karte richtigerweise mit null – wer es nur wegen der Karte eröffnet, rechnet falsch.

Die Zahl der Karten im Tarif. Kontist gibt im Tarif Free eine physische Karte aus, zwei im Tarif Start und fünf im Tarif Plus; virtuelle Karten gibt es ab dem Tarif Start. N26 lässt zum Konto Business Smart bis zu vier zusätzliche physische Karten für je 10 Euro einmalig zu. Bei Qonto kostet jede weitere physische One Card 60 € im Jahr.

Das Entgelt für fremde Währungen. Es ist bei den kostenlosen Karten am weitesten gestreut: 0,33 % bei Wise, 1 % bei Tide, 2 % bei Qonto und 3 % bei Finom im Tarif Solo. Bei 20.000 Euro Umsatz außerhalb des Euroraums trennt das 66 von 600 Euro im Jahr – mehr, als jede Jahresgebühr in diesem Vergleich ausmacht.

Warum die kostenlose Karte eine Debitkarte ist

Der Begriff „Firmenkreditkarte“ ist im Sprachgebrauch weiter als im Produktrecht. Wer nach einer kostenlosen sucht, landet fast immer bei einem Produkt ohne Kreditfunktion.

Finom beantwortet die Frage im eigenen Hilfezentrum unmissverständlich: Der Anbieter bietet derzeit keine Kreditkarten an, sondern physische und virtuelle Debitkarten von Visa; der Unterschied liege darin, dass bei einer Debitkarte das Geld direkt vom Konto abgebucht wird, während bei einer Kreditkarte mit einem Kreditrahmen verrechnet und später abgerechnet wird. Qonto gibt Mastercard-Karten aus, die genauso funktionieren, Tide führt die Kartenart im Produktnamen, Kontist gibt eine Visa Business Debitkarte aus, N26 eine Mastercard auf Guthabenbasis.

Für den Alltag hat das drei Folgen. Erstens: Die Karte ist sofort da, weil keine Kreditentscheidung nötig ist. Zweitens: Es gibt kein Zahlungsziel – der Betrag geht ab, sobald er gebucht wird. Drittens: An wenigen Stellen wird die Karte nicht akzeptiert. Der bekannteste Fall ist die Kaution beim Autovermieter, für die viele Anbieter eine Karte mit Kreditrahmen verlangen. Wer regelmäßig Mietwagen bucht, braucht deshalb neben der kostenlosen Karte eine zweite mit Rahmen – oder klärt die Frage vor der Buchung.

Der Test im Zweifel

Steht auf der Karte „Debit“, ist sie eine Debitkarte. Fehlt der Hinweis, hilft der Blick ins Preisverzeichnis: Steht dort ein Sollzins, gibt es einen Kreditrahmen. Steht dort keiner, gibt es keinen.

Firmenkreditkarte trotz Schufa: was die Anbieter selbst schreiben

Hier gehen Erwartung und Wirklichkeit am weitesten auseinander – in beide Richtungen.

Die klare Aussage kommt von Kontist: „Und da es keine SCHUFA-Prüfung gibt, kannst du direkt loslegen“, schreibt der Anbieter auf einer eigenen Seite zum Thema – und ergänzt dort ebenso deutlich: „Bitte beachte jedoch: Ohne SCHUFA-Auskunft kannst du unsere Kreditangebote nicht nutzen.“ Beides zusammen ergibt die richtige Erwartung: Konto und Debitkarte ja, Kredit nein.

Bei den übrigen Anbietern ist die Lage differenzierter, und die Formulierungen sind es auch. Die Partnerbank hinter Kontist weist darauf hin, dass bei der Identifikation per qualifizierter elektronischer Signatur personenbezogene Daten zur Identitätsüberprüfung an die Schufa übermittelt werden und der Datenaustausch auch der Überprüfung der eigenen Angaben dient. N26 übermittelt nach der eigenen Datenschutzerklärung Daten über die Beantragung, Abwicklung und Beendigung der Geschäftsbeziehung an die Schufa; die Bonitätsabfrage ordnet der Anbieter in seiner Datenschutzerklärung den gesetzlichen Pflichten bei Kreditverträgen zu. Tide schreibt, bei einigen Produkten und Dienstleistungen eine Bonitätsprüfung durchzuführen, und ordnet die Datenübermittlung ausdrücklich Kreditprodukten zu. Holvi nennt in der Datenschutzerklärung Auskunfteien allgemein und hält fest, dass solche Prüfungen zu Beginn der Geschäftsbeziehung und regelmäßig währenddessen erfolgen können.

Daraus ergeben sich zwei belastbare Sätze. Erstens: Eine Abfrage der Identität und eine Meldung über die Kontoeröffnung sind auch dort üblich, wo keine Bonitätsprüfung stattfindet – „ohne Schufa“ heißt nicht „ohne jeden Kontakt zur Schufa“. Zweitens: Eine Karte mit Kreditrahmen ist mit einem negativen Eintrag praktisch nicht zu bekommen, weil dafür genau die Prüfung stattfindet, die der Eintrag betrifft.

Wer einen Eintrag hat und eine Firmenkarte braucht, geht deshalb den umgekehrten Weg: Er sucht ein Geschäftskonto, dessen Debitkarte im Tarif enthalten ist, und verzichtet bewusst auf den Kreditrahmen. Dieselbe Rechnung – was eine Karte kostet, wenn sie nichts kostet – führt der Ratgeber zur kostenlosen Kreditkarte für den privaten Gebrauch durch.

„Nicht personenbezogen“: was es gibt und was nicht

Der Wunsch dahinter ist meist derselbe: eine Karte, die nicht auf eine bestimmte Person ausgestellt ist, damit mehrere Menschen sie benutzen können oder damit ein Ausscheiden niemanden zwingt, alles umzustellen. Der Markt löst das anders als erwartet.

Die physische Karte trägt fast immer einen Namen. Das ist keine Marketingentscheidung: Wer eine Karte ausgibt, muss wissen, wer sie nutzt – schon wegen der Prüfungen nach dem Geldwäscherecht und wegen der Haftungsfragen bei Missbrauch. Eine Karte mit dem Firmennamen statt einem Personennamen gibt es zwar bei einzelnen Herausgebern, sie ist aber die Ausnahme und nicht der Regelfall.

Was es stattdessen gibt, sind virtuelle Karten je Zweck. Eine Karte für Software-Abos, eine für Online-Werbung, eine für ein einzelnes Projekt. Sie sind an ein Budget gebunden statt an eine Person, lassen sich einzeln sperren und machen die Zuordnung in der Buchhaltung eindeutig. Bei Qonto kosten sie nach der Preisseite des Anbieters je nach Tarif 1 oder 2 Euro im Monat; Kontist gibt sie ab dem Tarif Start aus, Finom führt sie neben den physischen Karten.

Der zweite Weg ist das Reisestellenkonto. American Express beschreibt den Business Travel Account als virtuelle Firmenkreditkarte, mit der die Reisekosten des Unternehmens über ein zentrales Konto laufen. Es gibt keine physische Karte: Flüge, Bahnfahrten und Hotels werden gebucht und zentral abgerechnet, Mitarbeitende strecken nichts vor. Für eine kleine GmbH mit wenigen Reisenden ist das in der Regel überdimensioniert – aber es ist das Produkt, das dem Wunsch nach einer nicht personenbezogenen Firmenkarte tatsächlich entspricht.

Was es nicht gibt, ist die anonyme Firmenkarte. Eine Karte, hinter der keine identifizierte Person und kein identifiziertes Unternehmen steht, ist im regulierten Zahlungsverkehr nicht vorgesehen. Angebote, die damit werben, sind in aller Regel Prepaid-Produkte mit sehr niedrigen Limits – und für einen Betrieb unbrauchbar.

Kleine GmbH: Karte auf die Gesellschaft statt auf den Namen

Für eine GmbH oder UG ist die entscheidende Frage nicht, ob die Karte kostenlos ist, sondern ob der Anbieter die Rechtsform überhaupt annimmt – und ob die Karte auf die Gesellschaft läuft.

Hier trennt sich der Markt deutlich. N26 lässt das Konto Business Smart ausdrücklich nur für Selbstständige und Freelancer zu, die unter dem eigenen Namen arbeiten; der Firmenname kann weder für das Konto noch für die Karte genutzt werden. Für eine GmbH ist diese Karte damit keine Option, unabhängig vom Preis. Kontist führt dagegen eine eigene Produktstrecke für GmbH, UG und GbR neben der für Freiberufler. Miles & More unterscheidet im Antrag zwischen Selbstständigen – Gewerbetreibende, Handwerker, Freiberufler – und Unternehmen und nennt für letztere ausdrücklich e. K., Personengesellschaften einschließlich GbR und die GmbH.

Für die Gesellschaft hat die Karte auf den Firmennamen zwei praktische Vorteile. Sie hält die Trennung zwischen Gesellschafts- und Privatvermögen sichtbar, auf die es bei einer Kapitalgesellschaft ankommt. Und sie bleibt bestehen, wenn die handelnde Person wechselt – bei einer Karte auf den Namen des Geschäftsführers ist ein Wechsel ein Neuantrag.

Die Kehrseite: Bei einer jungen Gesellschaft verlangen Banken für Karten mit Rahmen häufig eine persönliche Mithaftung oder Bürgschaft des Geschäftsführers. Dann ist die Haftungsbeschränkung für genau diese Verbindlichkeit aufgehoben. Das ist zulässig und verbreitet, aber es ist die entscheidende Klausel des Vertrags.

Die günstigen Karten im Überblick

Kostenlose und günstige Firmenkarten: Kartenart, Jahresgebühr, Entgelt für fremde Währungen und zugelassene Nutzer. Preise aus unserer eigenen Produktdatenbank (Stand: 16.09.2026)
Karte Kartenart Jahresgebühr Fremdwährung Zugelassen für
Wise Business Card Debit 0 € 0,33 % Unternehmen, Karte läuft über das Geschäftskonto
Tide Debit Business Debit 0 € 1 % Selbstständige, Freiberufler, Einzelunternehmer, UG und GmbH; die GbR nennt der Anbieter nicht
Qonto One Card Debit im Tarif enthalten 2 % Unternehmen, (e)GbR steht in der Rechtsformliste des Anbieters
Finom Solo Business Debit Visa Debit 0 € 3 % Unternehmen; der Anbieter gibt ausschließlich Debitkarten aus
N26 Business Standard Mastercard Debit 0 € 0 % nur Selbstständige und Freelancer unter eigenem Namen
Postbank Business Card plus Debit 24 € 1,85 % Mitarbeitende ohne Kontovollmacht
Miles & More Blue Credit Card Business Kredit 66 € 1,95 % e. K., Personengesellschaft einschließlich GbR, GmbH
American Express Business Gold Charge 175 €, erstes Jahr beitragsfrei 2 % Selbstständige und kleinere inhabergeführte Unternehmen
Preise aus unserer eigenen Produktdatenbank, abgerufen am 16.09.2026; Angaben zu zugelassenen Nutzern und Rechtsformen nach den Rechtsformlisten, Hilfezentren und Datenschutzhinweisen der Anbieter, geprüft am 06.09. und 16.09.2026. „Im Tarif enthalten“ heißt: Die Karte hat keinen eigenen Preis, sie ist Teil des Kontopreises. Bei Zahlungsdienstleistern sind Beträge teils zuzüglich Umsatzsteuer.

Der Markt reicht über diese Auswahl hinaus. Anbieter wie Pliant, Moss oder Spendesk richten sich mit Ausgabenmanagement und Kartenprogrammen an Unternehmen, sind in diesem Vergleich aber nicht enthalten.

Wo die günstige Karte im Alltag anstößt

Vier Punkte tauchen regelmäßig auf, und alle vier lassen sich vor dem Antrag klären.

Mietwagenkaution. Viele Autovermieter akzeptieren für die Kaution nur Karten mit Kreditrahmen. Eine Debitkarte reicht dort nicht, auch wenn sie das Logo derselben Kartenorganisation trägt.

Bargeld. Bei den Debitkarten kostet eine Abhebung in fremder Währung innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums laut unserer eigenen Produktdatenbank 2 € bei Qonto und 0,50 € bei Wise – überschaubar, aber ein fester Betrag je Vorgang, der kleine Abhebungen teuer macht.

Limits. Unsere Produktdatenbank führt für die Qonto One Card ein Bargeldlimit von 1.000 € im Monat und für die Finom Solo Business Debit Visa 500 €. Wer eine größere Anzahlung leisten will, prüft das Kartenzahlungslimit vor der Buchung.

Versicherungen. Die kostenlosen Debitkarten bringen in der Regel kein Reiseversicherungspaket mit. Wer eines braucht, zahlt dafür bei einer Karte mit Gebühr – oder kauft es separat, was für eine Person häufig günstiger ist. Worauf es bei den Bedingungen ankommt, zeigt der Ratgeber zur Kreditkarte mit Reiserücktrittsversicherung. Wer viel fliegt, vergleicht stattdessen die Meilenkarten mit Gebühr: Miles & More, Eurowings oder Amex.

Welche Karte zu welcher Lage passt

Ausgangslage und passende Kartenlogik (Stand: 16.09.2026)
Ausgangslage Passende Karte Entscheidende Frage
Selbstständig, unter eigenem Namen, kaum Ausland Debitkarte im Kontotarif Ist eine Karte im Tarif enthalten, und reicht das Buchungskontingent?
Kleine GmbH oder UG Debitkarte eines Anbieters, der die Rechtsform annimmt Läuft die Karte auf die Gesellschaft oder auf eine Person?
Negativer Schufa-Eintrag Debitkarte ohne Kreditrahmen Prüft der Anbieter zur Kontoeröffnung die Bonität oder nur die Identität?
Wiederkehrende Online-Ausgaben virtuelle Karten je Zweck Wie viele virtuelle Karten deckt der Tarif ab, und was kostet jede weitere?
Regelmäßige Mietwagen oder Geschäftsreisen zusätzlich eine Karte mit Kreditrahmen Wird für die Kaution eine Karte mit Rahmen verlangt, und deckt das Versicherungspaket die Reise?
Eigene Zuordnung nach den Angaben der Anbieter, Stand 16.09.2026.

Eine Rangfolge lässt sich daraus nicht ableiten, und sie würde für den Einzelfall auch wenig taugen: Die Karte, die für eine Freiberuflerin ohne Auslandsgeschäft die richtige ist, scheidet für eine GmbH mit Importen schon an der Rechtsform aus.

Häufige Fragen zur Firmenkreditkarte für Selbstständige

Gibt es wirklich kostenlose Firmenkreditkarten?

Kostenlose Firmenkarten gibt es, aber es sind fast durchgehend Debitkarten ohne Kreditrahmen – und kostenlos ist die Karte, nicht das Konto. Unsere eigene Produktdatenbank führt für die Karten von N26 Business Standard, Finom Solo, Wise Business und Tide keine Jahresgebühr; bezahlt wird über den Kontotarif und über die Entgelte für fremde Währungen, die zwischen 0,33 % und 3 % des Umsatzes liegen.

Ist eine Firmenkreditkarte trotz Schufa möglich?

Für eine Karte mit Kreditrahmen praktisch nicht, weil dafür genau die Bonitätsprüfung stattfindet, die ein negativer Eintrag betrifft. Für eine Business-Debitkarte schon: Kontist wirbt ausdrücklich damit, dass es für die Kontoeröffnung keine Schufa-Prüfung gibt, weist aber darauf hin, dass ohne Schufa-Auskunft die Kreditangebote des Anbieters nicht genutzt werden können. Eine Meldung über die Kontoeröffnung und eine Identitätsprüfung über Auskunfteien sind trotzdem verbreitet.

Gibt es eine Firmenkreditkarte ohne Namen?

Eine physische Karte ohne Namen ist der Ausnahmefall; wer eine Karte ausgibt, muss wissen, wer sie nutzt. Was es stattdessen gibt, sind virtuelle Karten, die an einen Zweck oder ein Budget gebunden sind statt an eine Person, und das Reisestellenkonto – bei American Express der Business Travel Account, eine virtuelle Firmenkreditkarte ganz ohne physische Karte, über die Reisekosten zentral abgerechnet werden.

Kann eine GmbH eine Karte auf den Firmennamen bekommen?

Bei Anbietern, die Kapitalgesellschaften annehmen, ja. Kontist führt eine eigene Strecke für GmbH, UG und GbR, Miles & More nennt für das Unternehmensprogramm ausdrücklich e. K., Personengesellschaften einschließlich GbR und die GmbH. N26 dagegen lässt das Business-Konto nur für Selbstständige und Freelancer unter eigenem Namen zu.

Was unterscheidet eine Business-Debitkarte von einer Firmenkreditkarte?

Der Kreditrahmen. Bei der Debitkarte wird der Betrag sofort vom Geschäftskonto abgebucht, es gibt kein Zahlungsziel und keinen Sollzins. Bei der Kreditkarte steht ein Rahmen zur Verfügung, abgerechnet wird später; wer den Saldo stehen lässt, zahlt Zinsen. Im Alltag unterscheiden sich beide vor allem an der Mietwagenkaution und bei Hotelreservierungen.

Brauche ich als Freiberufler überhaupt eine Firmenkarte?

Vorgeschrieben ist sie nicht. Sie trennt aber betriebliche von privaten Ausgaben, und diese Trennung erspart bei der Gewinnermittlung und bei einer Prüfung die meiste Arbeit. Weil die Karte bei den Zahlungsdienstleistern im Kontopreis enthalten ist, kostet diese Trennung in der Regel nichts zusätzlich.

Über die Autoren
Janine El-Saghir Ihre Expertise im Bereich digitaler Finanzprodukte hat Janine El-Saghir als Redakteurin bei der qmedia GmbH aufgebaut. Bei ihrer Arbeit für Portale wie kreditkarte24.de und how-to-germany.com...
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